Wikipedia: Der Prozess – mit oder ohne Kafka, das ist hier die Frage! #20 Wikihausen

Vor drei Wochen ging es am Hamburger Landesgericht um nichts geringeres als die wirtschaftliche Existenz der beiden investigativen Journalisten Markus Fiedler und Dirk Pohlmann.
Es ging um die einstweilige Verfügung, die der Wikipedia „Autor“ Mathias Grünewald der in der Wikipedia unter dem Pseudonym „Feliks“ schreibt, erwirkt hatte. Und auch über Gruppe42 hing das Damoklesschwert, hatte „Feliks“ offen schon auf seiner Wikpedia Seite angekündigt, unser Sprachorgan Bartunek in das Existenzminimum hinein zu klagen.

Markus Fiedler und Dirk Pohlmann erzählen wie es ihnen persönlich in der Vorbereitung zu dem Prozess ging und wie dann der Tag selbst am Hamburger Gericht erlebt wurde – es zeigte sich nämlich auch, dass sich die Richter nicht gegen Fakten und darauf folgende Erkenntnisse wehrten. Die einstweilige Verfügung wurde weitgehend gekippt. Hier funktioniert also noch der Rechtsstaat.

Vollkommen ohne Rechtssicherheit ist jedoch der Autor in der Wikipedia. Ob und wann er schreiben kann, wird nach Gutdünken von Admins bestimmt. Es gibt zwar offizielle Regeln, nur es hält sich keiner an sie. Oder aber es gibt ungeschriebene Regeln, die über allen anderen stehen.
Eine Regel muss wohl lauten: Kritisiere keinen der Junta, wenn doch, wirst Du gesperrt.
Und Feliks ist Mitglied der Junta. Und er wird ganz offensichtlich von Wikipediaadministratoren geschützt.
Franz Kafka hätte seine wahre Freude gehabt, wenn er die moderne Interpretation seines Werkes noch hätte erleben dürfen.

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