„Hühner, Adler und Bauern“ – eine Festrede

Man sagt doch, man soll Menschen nicht mit Tieren vergleichen. Das ist etwas eigenartig, da Menschen nichts anderes als Tiere sind. Ohne die Viecherl gäbe es auch uns Menschen nicht. Ohne die Pflanzen gäbe es die Viecherl nicht.
Es ist daher kein Wunder, dass eine Banane zu 50% die gleiche DNA hat, wie ein Mensch. Mit einem Huhn teilen wir uns 65%, mit einem Schwein über 70%, 90% mit Mäusen und 95% mit einem Affen.
Meiner Meinung nach ist es also wissenschaftlich erlaubt Menschen mit Tieren zu vergleichen.
Interessant dabei ist, dass wenn man Menschen mit Tieren vergleicht, Tiere immer negativ besetzt werden. Die sind dreckig wie Schweine. Die benehmen sich wie Affen.
Umgekehrt ist es dann so, dass das Menschliche immer positiv gewertet wird. Die sind sauber wie Menschen. Die sind so intelligent wie Menschen.
Ich möchte jetzt eine Geschichte erzählen, die über Tiere handelt, aber uns Menschen betrifft.

Hühner leben ein sehr beschauliches und einfaches Leben. Sie bewegen sich in ihrem Areal und suchen mit gebeugter Haltung am Boden nach ihrem Essen. Das lässt sich sehr leicht finden, sie sind vom Prinzip nicht wählerisch und es wird vom Wurm bis zum Korn alles in den Hühnermagen befördert. Aufgrund ihrer Haltung und ihrer Lebensweise, betrachten sie die meiste Zeit ihres Lebens den Boden. Und so erscheint das Leben für ein Huhn dann ziemlich flach und sehr begrenzt.
Gelegentlich dürfen sie aber auch aufblicken, wenn der Hahn am Misthaufen stolziert und in die Welt hinaus kräht.
Der Hahn hat schon einen etwas weiteren Blick, er sieht immerhin bis zum nächsten Hügel oder dem Zaun den der Bauer aufgestellt hat.
Dem Hahn gefällt das natürlich, wenn die Hühner sich um ihn scharen und dann nutzt er seinen Elan und seine Schneidigkeit um sich weiter bei den Hühnern beliebt zu machen. Er möchte natürlich auch, dass die Hühner bei ihm bleiben so tut er alles daran, dass ihm keines seiner Schätzchen aus der Herde abhanden kommt.
Vielleicht haben wir es auch mit einem besonders klugen und feschen Hahn zu tun und wer weiss, vielleicht liest dieser Hahn auch Bücher von Heidegger, Jünger oder anderen teutonischen Philosophen.
Und dann um seine Hühner bei Laune zu halten und seine Langweile zu zerstreuen, die sich beim Herumstolzieren schon mal sammeln kann, erzählt er den Hühnern ein bisschen von seiner Weltanschaung.
Die Hühner freuen sich natürlich darüber, wenn der Hahn von der Leitkultur des Huhnes kräht und wie wichtig die Identität des Huhnes für den Schutz des Nachwuchses ist. Der Hahn erklärt den Hühner auch, dass die Kultur der Tauben eine huhnfremde Kultur ist und gemeinsam mit den Hühnern wettert der Hahn dann gegen die Tauben, die hin und wieder vorbei flattern.
Der Hahn also verbringt seine Zeit damit, die Hühner bei Laune zu halten und gackert munter gegen die fremden Kultureinflüsse vor sich hin während der Bauer kommt und sich den Hahn vom Misthaufen holt, weil er ohnehin schon fett geworden ist und beschliesst sich heute einen saftigen Braten daraus zu machen.
Während der Bauer dem Hahn den Schädel abschlägt und ihm dann die Gedärme aus dem Leib zieht, ihm die Federn rupft und für das Essen vorbeireitet verstehen die Hühner die Welt nicht mehr. Klar, haben ihnen die Tauben ab und zu einen Wurm und ein Korn genommen, aber ist es nicht gerade der Bauer, der sie bei sich hält, der ihren geliebten Führer den Kopf abschlägt ?
Die Hühner sind ratlos, aber der Bauer hat schon den neuen Hahn bei den Hühnern ausgesetzt und das reicht um ihnen wieder den Halt zu geben, den sie brauchen um ordentlich gemästet werden zu können.
Der neue Hahn nimmt seinen Platz am Misthaufen ein und fängt schon an, auch gegen die Tauben zu wettern. Er weiss, dass das einfach ist, die Hühner sind die Feindschaft gegen die Tauben gewohnt und er legt richtig los. Er ist zwar nicht so belesen wie der erste Hahn, dafür aber kräht er umso lauter und auch das schafft bei den Hühnern Eindruck.
Er kräht ihnen also gerade vor, dass sie die Festung Hühnerstall bauen müssen, als endlich der Adler, der schon seit einer Weile über ihren Köpfen kreist herunter stürzt und sich gleich den neuen Hahn vom Misthaufen schlägt.
Der Hahn schafft es noch ein Gurgeln zu krähen und dann steigt der Adler wieder hoch in die Lüfte, mit seiner Beute in den Klauen.
Die Hühner sind beeindruckt – das war eine richtig große Taube.

Der Adler ist relativ unbeeindruckt, er hebt mit breiten Flügelschlägen ab und zieht immer höher in den Himmel davon. Der Hahn hängt regungslos an ihm, das Leben schwindet langsam aus ihm, aber es reicht noch um einen Blick über die Welt zu werfen. Er sieht plötzlich wie klein er eigentlich war und wie klein er gedacht hatte.
Das war sein letzter Gedanke, der Adler zieht seine Klauen fester zusammen und drückt das letzte bisschen Leben aus dem neuen, stolzen Hahn.
Für den Adler ist dieser Blick auf die Welt nichts Neues. Er sieht das jeden Tag und was den Hahn so beeindruckt hatte ist für ihn die Normalität.
Für die Hühner hat er nicht viel übrig der Adler. Sie leben in ihren Gated Communities und merken nicht, dass sie einfach nur Nutzvieh sind und der Bauern sich taglich an ihrem Nachwuchs vergreift und sich hin und wieder dann ein Huhn oder eben den Hahn selbst schlägt um ihn zu verzehren.
Aber der Hahn ist sich selbst auch zu gut um den Hühnern zu helfen – selber Schuld denkt er sich. Die Hühner blamieren die Tauben und leben als Sklaven dem gegenüber, der sie ohnehin fressen wird.
Der Adler bringt den frisch geschlagenen Hahn zu seinen Kücken im Nest. Die stürzen sich darauf, sie haben Hunger und fangen an sich mit ihren kleinen Schnäbeln kleine Stückchen aus dem Hahn zu reißen. Der Adler selbst schaut stolz auf seinen Nachwuchs. Er möchte sich gerade noch denken, wie schön das Leben in dieser Freiheit doch ist, als die Kugel aus einem Gewehr durch seine Brust schlägt und ihm so und auch seinem Nachwuchs das Leben nimmt.
Dem Bauer hatte es diesmal entgültig gereicht, als er von dem Gegacker der Hühner von seinem Essen aufgeschreckt ist und den Adler noch hat davonfliegen sehen, ist er mit seinem Gewehr auf der Rückbank nachgefahren.
Er hat sich mit dem Zielen Zeit gelassen, beobachtete den Adler und seinen Nachwuchs und schoss dann ruhig, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, die eine Kugel, die die ganze Adlersippschaft auslöschte.


Die Frage ist jetzt, wer in dieser Geschichte sind wir Menschen eigentlich ? Sind wir die Hühner, der Adler oder der Bauer ?
Ich behaupte wir sind alles.
Wir sind Adler aus denen Bauern gemacht wurden und die zu Hühnern degeneriert sind.
Man braucht nur hinaus schauen in die Welt und aufmerksam zu zuhören um zu wissen, dass es nur noch sehr wenige Adler unter uns gibt.
Es wird gegackert über die Flüchtlinge, Flüchtlinge, Flüchtlinge oder Islam, Islam, Islam oder die Linken, Linken, Linken oder die Rechten, Rechten, Rechten oder die Juden, Juden, Juden oder die Moslems, Moslems, Moslems oder Russen, Russen, Russen oder was auch immer, was auch immer was auch immer.
Aber die wenigen unter uns, die es noch schaffen hoch in die Lüfte zu steigen um von dort oben ganz unaufgeregt ihre Sicht darzustellen, die werden dann von den Hühnern, die sich für Adler halten angekeift und niedergegackert nur damit die Bauern weiter sich auf Kosten anderer Lebewesen bereichern können.
Verschwörungstheoretiker, Verschwörungstheoretiker, Verschwörungstheoretiker oder Antiamerikaner, Antiamerikaner, Antiamerikaner oder Putinversteher, Putinversteher, Putinversteher oder Gutmensch, Gutmensche, Gutmensch klingt es da von den Misthaufen und wenn einer dieser Geiferer dann plötzlich doch merkt, dass die Welt von weiter oben ganz anders ausschaut als gedacht, dann steckt er schon in dem Backrohr und wird gebraten.
Wir von Gruppe42 haben uns vorgenommen, dass wir uns an die Menschen wenden wollen, die noch relativ unbeeindruckt sind vom dem hysterischen Zeitgeist der über uns liegt.
Und wir wollen diesen Menschen helfen, dass sie gehört werden.
Natürlich greifen auch wir manchmal daneben und dann stellt sich eben heraus, dass ein Referent von uns gegen Moslems und Flüchlinge hetzt, obwohl er es eigentlich besser weiß, aber wir sind nicht dafür verantwortlich, wenn ein Mensch beschliesst sich wieder bequem in die Dummheit eines Hühnerkopfes zurück zu ziehen.
Wir als Gruppe42 setzen auf die Intelligenz die aus einem Schwarm, einem Kollektiv entstehen kann, wenn es eben einen gerechten und gleichberechtigten Austausch gibt ohne einem Füher der meint, den Weg vorgeben zu müssen.

Ich freue mich daher, dass es uns gelungen ist, mit Heimo und seinem Sender.FM einen ebenbürtigen Partner zu finden, der wie wir bereit ist immer weiter zu lernen und weiter zu vermitteln.
Die Eröffnung von dem Studio hier soll einen Ort der Begegnung ermöglichen, indem der Mensch mit seinen Stärken und Schwächen im Vordergrund steht, indem Visionen und Ideen getauscht werden die über kurz oder lang mithelfen können hier in Wien, aber auch überall auf der Welt, das Leben für alle gerechter und würdevoller zu machen.

Wir setzen daher auf eine klare Analyse der herrschenden Verhältnisse abseits der vorgekauten Ideologie westlicher Werte die uns von den Leitmedien in den Schädel gehämmert werden.
Wir setzen aber auch auf Visionen die eine Zukunft beschreiben, die möglich sein kann, wenn wir Menschen uns endlich wieder als das verstehen was wir eigentlich sind.
Lebewesen zu Gast auf einem Planeten mit einer Besuchszeit die ohnehin zeitlich streng reglementiert und von 0 bis maximal knapp über hundert Jahre reicht.

Als Gruppe42 sind wir dann auch froh uns in Wien schon einen Namen gemacht zu haben und hier auch den politischen Diskurs mitgestalten können.
Wir dürfen nächste Woche zum Beispiel im Kulturzentrum Amerlinghaus unseren israelischen Gast Uri Shani referieren lassen, der knallhart erzählen wird, was in Israel gerade passiert und wie er dort als Linker aufs tiefste beleidigt wird und sogar Morddrohungen bekommt – das alles natürlich von der Regierung geduldet und gefördert, während die instituionaliserte Linke hier bei uns in Österreich und dem deutschsprachigen Raum Menschen wir Uri eiskalt im Stich lässt.
Man hat sich hier den Rechten angepasst und behandelt die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse bzw. pflegt die Gesinnung der Sippenhaftung die nichts anderes als ein typisches ideologisches Modell von Faschisten ist wenn man Palästinenser oder eben Moslems pauschal als Terroristen verdächtigt.
Was das Thema Terrorismus betrifft so werden wir im Herbst den Historiker, Friedensforscher und MENSA-Preisträger Dr. Daniele Ganser nach Wien einladen, der zum Thema 9/11 referieren wird und unaufgeregt erklären wird, warum aus seiner Sicht die offizielle Verschwörungstheorie nicht mehr haltbar ist und es eine dringende Neuuntersuchung von diesen Terroranschlägen geben sollen.
Das ist insofern brisant, da die aktuelle Flüchtlingskrise direkt mit den Angriffskriegen der NATO in Verbindung steht und es ohne dem „Krieg gegen den Terror“ diese Problematik in dem Ausmaß gar nicht geben würde.
Wir werden im Herbst auch einen Kriegsveteranen zu Gast haben der in Vietnam gekämpft hat und der uns davon erzählen wird, warum eigentlich der Vietnam-Krieg so überstürzt beendet wurde und wieso diese Ereignisse zu dem amerikanischen Berufsheer geführt haben.

Wir sind aber ohne Hilfe von Außen auch nichts und brauchen neben finanzieller Unterstützung auch andere Hilfe. Wer also mag, darf sich dann gerne bei uns melden – wir freuen uns über jede ernstgemeinte Hilfe.
Danke für die Aufmerksamkeit und auf Wiedersehen!

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