Gruppe42 zeigt: Ramsis Kilani über „Der neue, alte Chauvinismus in Deutschland“

Rassismus ist das wirksamste Mittel der herrschenden Klassen um ihre Autokratie aufrecht zu erhalten.
Der Mensch wird seiner Empathie beraubt und somit wird eine internationale Solidarität zwischen Unterdrückten und Ausgebeuteten unmöglich.

Arno Gruen schreibt darüber wie folgt:

„Ob Völkermörder, Folter oder die alltägliche Erniedrigung von Kindern durch ihre Eltern – eines haben all diese Beispiele für Gewalt und Haß gemeinsam: das Gefühl der Abscheu vor dem anderen, dem „Fremden“.
Die Täter stufen sich selbst als „Menschen“ ein, doch das Gegenüber verdient diese Bezeichnung nicht. Der andere wird zum Unmenschen degradiert. Es ist, als würde man sich durch diesen Vorgang selber reinigen. Indem man andere abtut und sie peinigt, befreit man sich vom Verdacht des Beschmutztseins. Das Reinsein oder Beschmutztsein wird so zum Merkmal, das den Menschen vom Nicht – Menschen unterscheidet. Dabei verlagert sich die Wahrnehmung auf eine abstrakte Ebene. Der andere wird nicht mehr in seiner individuellen Menschlichkeit gesehen. Er ist nur noch Bestandteil einer Gruppe. Seine konkreten Gefühle, Einstellungen und Verhaltensweisen verschwinden aus dem Blickfeld, statt dessen wird seine Persönlichkeit auf eine einzige Eigenschaft reduziert: Die Zughörigkeit zur Gruppe. Diese Abstrahierung macht ein empathisches Erleben des anderen unmöglich.

Empathie ist eine grundsätzliche Fähigkeit aller Lebewesen. Sie ist die Schranke zur Unmenschlichkeit und der Kern unseres Menschseins, also auch der Kern dessen, was unser Eigenes ist. Wenn aber dieses Eigene verachtet und als nicht zu uns gehörig abgespalten werden muss, kann sich auch die Empathie nicht frei entwickeln. Unsere Fähigkeiten, mit anderen mitzufühlen, verkümmern. Der Prozess, durch den das Eigene zum Fremden wird, verhindert also, dass Menschen sich menschlich begegnen – mit Anteilnahme, Einfühlungsvermögen und gegenseitigem Verstehen. Und so wird die Abstraktion zur Basis unserer Beziehungen.“

Seit 2001 erleben wir einen neuen Höhepunkt spätkolonialistischer Kriegspolitik im Nahen Osten – legitimiert durch den « Krieg gegen den Terror » wurden im Namen der Demokratie zwischen 1,5 Millionen und 4 Millionen muslimischer Mitmenschen per Waffengewalt durch die westliche Wertegemeinschaft getötet. Verwundete und traumatisierte Menschen sind noch gar nicht mit angeführt. 87 Millionen Kinder bis sieben Jahre alt, die auf unserem Planeten leben kennen als persönliche Lebensverhältnisse nur Krieg. Auch von diesen 87 Millionen sind ein Großteil Kinder von Eltern mit muslimischen Glauben.
Das eurpäische Bildungsbürgertum, speziell in den Gefilden wo man die Hautfarbe weiss trägt, aber führt eine Debatte über « den Islam » und die Gefahr die angeblich in dieser Religion versteckt ist.
Wie einer derart krude und beschränkte Sicht auf die Welt möglich ist, offenbart sich in der veröffentlichten Meinung welche über die Leitmedien die Vernunft aus den Gehirnen spült und nichts anderes als kalte Gefühle zurück lässt.

Ramsis Kilani zeigt mit seinem Vortrag «Der neue, alte Chauvinismus in Deutschland » wie diese Propaganda eine ehrliche und fundierte Debatte im Namen der Aufklärung verhindert und verschleiert.
Ein Ideal zu haben heisst noch lange nicht, es zu leben. Wir haben noch viel zu lernen und Gruppe42 hofft, mit dem Vortrag für die freie Youtube-Universität ein bisschen helfen zu können.

Ramsis Kilani studiert Anglistik, Germanistik und Bildungswissenschaften.
Am 11. März war er für die Gruppe42 zu Gast im Amerlinghaus in Wien um seinen Vortrag „Der neue, alte Chauvinismus in
Deutschland – eine deutsch-arabische Perspektive“ zu geben.

Kamera, Schnitt: Karim & David

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