Die Ursache der Flüchtlingskrise

Als am 11. September 2001 in New York die Twin Towers, ausgelöst durch den Einschlag zweier Flugzeuge, im freien Fall zusammenstürzten und an diesem Tag nicht nur die Freiheit, sondern auch die Logik von Naturgesetzen sich mit den Twin Towers in Staub auflösten (mehr zu 9/11 siehe Seite 3), war für die damalige Administration unter George W. Bush klar, wo der Feind sitzt. Es wurde die „Achse des Bösen“ ausgerufen und Bush gab auch gleich die Doktrin aus: „You are either with or against us.“ Der darauf folgende „War against Terror“ und der US-amerikanische Patriot Act haben unsere westliche Gesellschaft massiv zu ihren Nachteilen beeinflusst.

Der ausgerufene NATO – Bündnisfall führte zur Bombardierung von Afghanistan (obwohl keiner der 19 mutmaßlichen Entführer Afghane war) und die westlichen Allianzen haben seit dem Beginn des „Kriegs gegen den Terror“ willfährig und billigend über vier Millionen muslimische Zivilisten getötet, als Kollateralschaden, in Kauf genommen. Irak, Afghanistan, Lybien und Somalia sind mittlerweile sogenannte „Failed States“, einzig die Sicherung von Ressourcen aus dem Land funktioniert noch einwandfrei – eigentlich einer Ressource, das Öl.

Bei all den Debatten die momentan geführt werden, wer denn nun Schuld trage an dieser ganzen Flüchtlingsmisere, wird geflissentlich eines kaum angesprochen. Nämlich, dass an dem Elend, welches im Nahen Osten mittlerweile für viele Menschen der Alltag geworden ist, einige wenige Menschen unglaublich viel Geld verdient hatten und immer noch verdienen. Im Irak Krieg zum Beispiel verdiente die Firma Halliburton 39,5 Milliarden Dollar. Zufällig war der Vize Präsident von George W. Bush, Dick Chenney, von 1995-2000 Vorstandsvorsitzender dieser Firma. Halliburton bekam ohne Ausschreibung einen Exklusivvertrag mit der US-Army.

In unseren Leitmedien werden momentan gerne die gierigen Schlepper, die an dem Leid der Flüchtlinge Geld verdienen, ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Karl Marx schrieb einst: „Die herrschende Meinung ist immer die Meinung der Herrschenden.“ Die Frage, warum es in unserer Gesellschaft keinen breiten antimilitaristischen Diskurs gibt und die Profiteure, von dem Leid und Elend, welche alle Kriege mit sich bringen, nicht mindestens so thematisiert werden wie Schlepperbanden, beantwortet sich aus diesem einen Zitat ohne große Umstände.

Die Defragmentierung unserer Geschichte anhand des schnell abrufbaren Wissen aus dem Internet sorgt dafür, dass es den herrschenden Klassen nicht mehr möglich ist, das Prinzip von Krieg, Besatzung und Ausbeutung zu verbergen. Der vor zwanzig Jahren noch unsichtbare, weil verschwiegene Kontext, gesponnen von der Kolonialisierung Amerikas, der Plünderung Afrikas bis hin zum grausamen Vietnamkrieg und den jetzigen Brandherden im Nahen Osten, ist mittlerweile offensichtlich und wird über die neuen Medien breit gestreut. Die Behauptung, dass alles doch so furchtbar kompliziert sei, ist schnell widerlegt. Es geht primär um eines – Profit.

Hermann Gmeiner sagte einst: „Nur wenn wir teilen, haben wir den Frieden auf der Welt. Den Frieden lernen, ist nichts weiteres als teilen lernen.“ Unsere Gesellschaft steht an einem Scheideweg und es liegt primär an den jungen Menschen auf diesem Planeten, wohin es uns ziehen wird. Ihre Entscheidung, ob man sich dem Profit oder dem Altruismus unterwirft, wird über die Zukunft bestimmen.

Eure Gruppe42.

P.S.: Anbei ein kleiner Denkanstoß…

Brennende Häuser

Wenn in einem Dorf ein Haus abbrennt, dann hilft man den Bewohnern. Die Dorfgemeinschaft nimmt sie auf und versorgt sie. Wenn in dem Dorf noch ein Haus abbrennt, dann hilft man wieder den Bewohnern. Die Dorfgemeinschaft nimmt sie auf und versorgt sie. Wenn in dem Dorf dann noch ein Haus abbrennt und dann noch ein Haus abbrennt und dann noch eines und noch eines, dann sollte die solidarische Dorfgemeinschaft sich auf den Weg machen und den finden, der die Häuser anzündet.

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